DIE PETITION
7000 Zuschauer retten die Sendung

Stahlbanane, Tim Bickelmeyer und Bernd Mofizius haben am Montag, den 10. Januar um 21.15 ProSieben eingeschaltet. Vielleicht auch schon vorher, dann haben sie eine Stunde lang eine von Tausend Panel-Shows mit Barbara Schöneberger überstanden. Jedenfalls haben Stahlbanane, Bickelmeyer und Mofizius um 21.15 die erste Folge von "Mein neuer Freund" gesehen, mit dem Alleinunterhalter Knut Hansen und seinem Opfer Diana, und, was bei den Dreien eher selten vorkommt: Sie waren begeistert.

Sie waren nicht die Einzigen (Feuilletons, Harald Schmidt, Calyptus), aber sie waren zu wenige. Zu wenige für den Sender, der - nach der ersten Folge der Sendung, eingequetscht auf einem miesen Sendeplatz - das Experiment mit dem überragenden Christian Ulmen für gescheitert erklärte. Nach einer Stunde. Stahlbanane, Bickelmeyer und Mofizius sahen eine ungewöhnliche Sendung, um danach einem gewöhnlichen Vorgang im deutschen Angsthasenfernsehen beizuwohnen: Eine neue Sendung wurde, gerade zum ersten Mal wahrgenommen und diskutiert, aus dem Programm gerissen.

Im Unterschied zu vorangegangenen Schnellmanövern der Programmmacher, in diesem Fall denen von ProSieben, tauchte aber nach einigen Tagen ein neuer Faktor in den Berechnungsformeln des Senders auf: Stahlbanane, Bickelmeyer und Mofizius. Die hatten viel Spaß an der Sendung gehabt. Zu viel Spaß, um sie so schnell wieder zu vergessen. Mit einer Protestseite im Internet fanden sie eine Möglichkeit, ihrem Zorn Ausdruck zu verleihen.

In gut einer Woche fanden knapp 7000 Zuschauer den Weg auf die Seite; mancher Journalist sah in den lauten Mißfallensbekundungen der Zuschauer schon den Beginn einer direkten Fernsehdemokratie. Stahlbane, Bickelmeyer und Mofizius ging es darum, Christian Ulmens Sendung weiter verfolgen zu dürfen. Um nicht mehr und nicht weniger. Das kann man jedem ProSieben-Redakteur, -Pförtner oder -Praktikanten ohne Umschweife erklären, und schon brennt Unterföhring.

Dass auf Knut Hansen noch 8 weitere Ufos den gesicherten Flugraum des deutschen Fernsehen durchkreuzen konnten, ist also den Zuschauern zu verdanken. Die waren so froh über diesen Vorgang, dass sie fast vergessen haben, wie kurz er war.