MEIN NEUER FREUND
Ein Sozialexperminent

Ein Sommerwochenende in Gummersbach. Die Einkäufe sind erledigt, über den Armaturen liegt ein hygienischer Film "Milizid Citro", 0,75 Liter Prosecco warten im Kühlschrank auf das samstagabendliche Ritual. Das ist Bibis Welt, willkommen in der Normalität.

Willkommen bei "Mein neuer Freund": In die wohlgeordnete Welt der Bibis, Dianas, Annikas unserer Sphären dringt etwas feindliches, unvollkommenes, bösartiges ein:

Ihr sozialer Gegenentwurf in Form einer männlichen Person, als ein stinkender, egozentrischer Alleinunterhalter, als sadistischer Adeliger oder asthmatischer Langzeitpubertierender.

Die Aufgabe der Dame klingt eigentlich einfach: Drei Tage lang muss der Fremdkörper in ihre Welt integriert werden. Freunden und Verwandten muss der Eindruck vermittelt werden, dass diese Person nun ein Teil ihrer Welt geworden ist, als ihr Lebenspartner.

Neun Mal verkörpert Christian Ulmen das, was nicht in der Lebensplanung der netten jungen Damen vorgesehen ist: Geruch, Gewalt, auffällige Physiognomie, Aufdringlichkeit, Auffälligkeit. Er wird zu Knut Hansen oder Alexander von Eich, drei Tage lang torpediert er die Welt seiner Partnerin mit den hinterhältigsten Ideen: Es ist ein Kräftemessen, und wenn sein Opfer ein Wochenende in der Lage ist, sich und der Umwelt alle Bösartigkeiten zuzumuten, erhält es 10.000 Euro.

Auf dem Weg dorthin halten versteckte Kameras alles fest, was die "Kreatur" mit ihr anstellen wird. Neun Mal gerät ein gefestigter Mensch an den Rand des Nervenzusammenbruchs - obwohl er weiß, dass es nur ein Schauspieler ist, der mit ihm spielt. Irgendwann ist der Kampf so hart, dass man die Regeln vergisst. In Gummersbach ist etwas Bemerkenswertes passiert.